Plissees sind schon viel älter als die meisten vermuten. Schon im alten Ägypten wurden Textilien zur Verzierung herrschaftlicher Gewänder plissiert. Da eine dauerhafte Faltenpressung von Naturfasern allerdings sehr aufwändig und nur mit Verwendung teurer Hilfsmittel möglich war, waren sie bis zur Erfindung synthetischer Fasern mehr oder weniger ein Luxusartikel.
Zeugen dieser eher fürstlichen Kleidermode sind zahlreiche Porträtmalereien aus der Geschichte der Menschheit. Der berühmte Plisseekragen von Maria Stuart und vieler anderer mittelalterlicher Berühmtheiten sind wahre Meisterwerker des damaligen Textilhandwerkes. Auch weniger filigran plissierten Kleidungsstücken, wie dem Killt der Schotten oder dem traditionellen Fustanella griechischer Freiheitskämpfer kann man manchmal heute noch zu besonderen Anlässen begegnen.
Nach und nach lösten Plissiermaschinen die mühevolle Herstellung per Hand ab und machten dadurch die hübschen Falten einer breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich. Auch entdeckte man in den Zeiten der Industrialisierung die Vorzüge plissierter Werkstoffe, so dass auch andere Materialien plissiert wurden. So z.B. Gummi als Schutzhülle für bewegliche Maschinenteile wie Gelenke oder Federn, auch Pappe oder Papier als Filter, Packmaterial oder Faltrollos und später auch Draht zur Herstellung medizinischer Instrumente.
Doch den eigentlichen Boom erlebten Plisseefalten mit der Herstellung synthetischer Textilien, weil diese eine bessere Haltbarkeit und Festigkeit bewiesen und nicht wie natürliche Fasern durch den Einfluss von Wärme oder Feuchtigkeit wieder ihre ursprüngliche Form annahmen. Davon profitierten letztendlich nicht nur die Modeschöpfer, sondern auch die Raumtextilienhersteller im Sonnenschutz-Bereich. Durch die Faltenstruktur können textile Flächen ähnlich wie bei einer Jalousie auseinander- oder zusammengeschoben werden, wodurch sie auch eine interessante Alternative zu Rollos bilden. Maßgeschneidert nach der Form des Fensters und mit einem komplexen System von Spannschnüren ausgestattet, können sie an jeder Glasfläche, ob rechteckig, schräg, spitz oder rund angebracht werden.